Die Zeit danach

Wer ist von einem Sterbefall noch zu verständigen?

Wie funktioniert die Verlassenschaftsabhandlung?

Darf ich Besitztümer (z. B. Auto) des Verstorbenen weiter benützen?

Was passiert mit den Bankkonten?

Habe ich Ansprüche auf Sterbegeld?

Wer sind die Erben? – Fragen über Fragen – Hier gibt es Antworten.

Sie können diesen Artikel auch als Kontrollliste verwenden und ihre eigenen Maßnahmen überprüfen.

Die Zeit nach dem Begräbnis

Wer ausser den engsten Angehörigen noch verständigt werden muss:

  • Arbeitgeber oder zuständiger Pensionsversicherungsträger
  • Der Antrag auf Witwer-/Witwen bzw. Waisenpension ist beim zuständigen Pensionsversicherungsträger einzubringen. Dort erfährt man, ob die nötigen Versicherungsmonate vorliegen. Auch wenn die Wartezeit nicht erfüllt ist, aber mindestens ein Beitragsmonat vom Verstorbenen erworben wurde, gebührt eine Abfindung als einmalige Leistung.
  • Der Antrag ist innerhalb von sechs Monaten nach dem Tod des Versicherten oder der Versicherten einzubringen, um einen Pensionsanspruch mit dem auf den Todestag folgenden Tag zu haben. Bei einer späteren Antragstellung gebührt die Pension in der Regel erst mit dem Tag der Antragstellung.
TIPP: Eventuelle Sterbegeld- und Pflegegeldansprüche (Neuantrag?) prüfen.
SERVICE: Hat der Verstorbene Leistungen nach folgenden Gesetzen erhalten, so gebührt ebenfalls finanzielle Unterstützung:

Bundespflegegeldgesetz:

Wird innerhalb von sechs Monaten nach dem Tod der pflegebedürftigen Person von den bezugsberechtigten Personen kein Antrag auf Auszahlung gestellt oder sind keine solchen Personen vorhanden, fällt die noch nicht ausgezahlte Geldleistung in den Nachlass. Wird innerhalb von sechs Monaten nach dem Tod der pflegebedürftigen Person von fortsetzungsberechtigten Personen kein Antrag auf Fortsetzung des noch nicht abgeschlossenen Verfahrens auf Gewährung oder Neubemessung des Pflegegeldes gestellt oder sind hiezu keine zur Fortsetzung berechtigten Personen vorhanden, sind hiezu die Verlassenschaft nach dem Verstorbenen bzw. dessen Erben berechtigt.

  • Kriegsopferversorgungsgesetz
  • Heeresversorgungsgesetz
  • Opferfürsorgegesetz
  • Impfschadengesetz
  • Verbrechensopfergesetz

Anträge sind schriftlich oder mündlich bei der zuständigen Landesstelle des Bundessozialamtes einzubringen. Anträge nach dem Bundespflegegeldgesetz sind bei der jeweiligen das Pflegegeld auszahlenden Stelle einzubringen. Anträge nach dem Opferfürsorgegesetz sind schriftlich oder mündlich beim örtlich zuständigen Amt der Landesregierung einzubringen.

Unterlagen für die Bank:

  • Auszug aus dem Sterbebuch (Sterbeurkunde)
  • Bank-Karten (Bankomat-Karte, Kreditkarte etc.)
  • Daueraufträge und Einziehungsaufträge ändern bzw. löschen
  • Eventuell neues Girokonto für Hinterbliebene eröffnen
  • Bei Bedarf (Begräbniskosten) Rahmenvereinbarung treffen

Versicherungen:

SERVICE: Folgende Dokumente werden zur Behebung von Versicherungssummen benötigt:
  • Abschrift aus dem Sterbebuch
  • Versicherungspolizze (Bestätigung über die letzte Prämieneinzahlung)
  • Lichtbildausweis des Antragstellers

Hausverwaltung, Post, Telekom und Mobilfunkbetreiber

Gas- und Stromversorger

Kirchenbeitragsstelle Meldeamt

Sonstiges:

  • Kündigung von Mitgliedschaften (Vereine, Organisationen, Gewerkschaften)
  • Kündigung von Abonnements (Verlage, Zeitungen etc.)
  • Offene Verträge

Was Sie zum Thema Erben wissen müssen

Verlassenschaftsverfahren

Ein Verlassenschaftsverfahren wird nach jedem Todesfall automatisch eingeleitet. Das Verlassenschaftsgericht erhält Nachricht vom Standesamt. Zuerst veranlasst es die Todesfallaufnahme, die vom Gerichtskommissär (d.i. ein Notar, eine Notarin) durchgeführt wird. Dieser verständigt dann die Angehörigen. Bei der Todesfallaufnahme geben die Angehörigen und/oder andere informierte Personen die wichtigsten Daten über den Erblasser und sein Vermögen zu Protokoll. Die hierzu geladenen Angehörigen sollten zu diesem Termin die Personaldokumente des Verstorbenen mitbringen.

TIPP: Vorbereitung der Dokumente zur Verlassenschaftsabhandlung
  • Name, Adresse, Familienstand und Geburtsdaten der nächsten Verwandten
  • Standesdokumente (Geburtsurkunde, evtl. Heiratsurkunde, Scheidungsdekret)
  • Staatsbürgerschaftsnachweis des Verstorbenen
  • Meldenachweis des Verstorbenen
  • Letztwillige Verfügungen, Testamente
  • Vormundschaftsdekrete
  • Letzte Pensionsabschnitte des Verstorbenen
  • Kurze Aufstellung und Belege über den Nachlass
  • Aufstellung und Belege über Schulden sowie Auslagen anlässlich der letzten Krankheit, des Todesfalls und des Begräbnisses

Sie können sich bei der Todesfall-Aufnahme auch vertreten lassen. Vorhandene Testamente werden vom Notar übernommen. In der Folge fordert das Abhandlungsgericht den vermutlichen Erben zur Erbantrittserklärung auf. Er soll entscheiden, ob er den Nachlass übernehmen oder ausschlagen will. Gibt der Erbe eine positive Erbantrittserklärung ab, so muss er gleichzeitig oder später auch den Beweis für sein Recht antreten, z.B. durch Berufung auf ein gültiges Testament oder auf Standesurkunden zum Nachweis des gesetzlichen Erbrechts. Werden Erbantrittserklärungen abgegeben, die einander widersprechen, so muss die Auseinandersetzung zwischen den Streitparteien ausgetragen werden, wenn nicht beim Notar eine Einigung erzielt werden kann.

Weitere Aufgaben der Erben:

Benützungsrecht einer Grabstelle bei der zuständigen Friedhofsverwaltung erwerben oder prüfen.

TIPP: Auch wer Erbe einer Person ist, die das Benützungsrecht an einer Grabstelle hatte, sollte sich umgehend mit allen Erbunterlagen an die zuständige Friedhofsverwaltung wenden, um dieses Recht auf den eigenen Namen überschreiben zu lassen. Sonst bleibt die verstorbene Person in den Grabbüchern eingetragen und die Friedhofsverwaltung hat keinen Ansprechpartner, was zu Problemen führen kann.

Weitergabe von Unternehmen

SERVICE: Die für Sie zuständige Gewerbebehörde finden Sie unter www.help.gv.at
  • Waffenschein abmelden
  • KFZ-Zulassungsbehörde (Ab- bzw. Ummeldung)

Mietwohnung:

Treten die Erben in den Mietvertrag ein oder wollen sie den Vertrag kündigen?

TIPP: Bei Wohnungsauflösung/Kündigung sind zu benachrichtigen:
  • Vermieter
  • Energie-, Stromversorger
  • Telefongesellschaft
  • Rundfunkgebühren, Fernsehgesellschaften (z.B. ORF-Gebühren via GIS, Hotline 0810 0 00 10 80)

Haben sie weitere Fragen?

Rufen sie an (02673 / 2238 oder 02258 / 2234) oder schreiben sie uns (bestattung@cepko.at)